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Die Musikalische Früherziehung (MFE) mit Jens Langer
-eine Einführung des Dozenten

Organisatorisches
Die Musikalische Früherziehung richtet sich an Kinder im Alter ab vier Jahre. Ein Kurs läuft zwei Jahre lang, anders als im Musikgarten sind die Eltern nicht mit dabei. 
12 Kinder bilden in der Regel eine Gruppe. Eine Unterrichtsstunde dauert 60 Minuten.
Nach einem Jahr gibt es einen Elternabend, kurz vor Ende des Kurses einen zweiten, in dem die Musikschule (d.h. Herr Korth) Ihnen weiterführenden Angebote vorstellt.

Die MFE gibt es schon seit mehr als zwanzig Jahren als festen Bestandteil der Musikalischen Elementarbildung und sie ist heute den meisten Eltern bekannt. Für viele Kinder stellt sie deshalb den ersten Einstieg in den Musikunterricht dar.
Es gibt verschiedene etablierte Unterrichtsprogramme (Musik & Tanz, Curriculum) und ich unterrichte in Gonsenheim und Budenheim nach dem Programm "Klangstraße", herausgegeben vom Schott-Verlag, entwickelt am Konservatorium Mainz in langjähriger Arbeit; dieses Programm habe ich während meines Musikstudiums "gelernt".
Für jedes Jahr kriegen die Kinder ein Kinderheft, in dem Themen und Lieder der Unterrichtsstunden vorkommen und ausgemalt werden können.

Inhalt
Vieles, was wir in den Stunden machen ist eine Fortführung dessen, was ich im Musikgarten beschrieben habe, deshalb erläutere ich hier nur, was neu hinzukommt.
Neben den Musikgarteninstrumenten kommen die Orff-Instrumente zum Einsatz. Xylophon, Handtrommeln, Triangel, Zymbeln, Rasseln, Becken, manchmal sogar das Klavier (Klavierunterricht machen wir aber nicht in der Stunde). Die Tänze werden wieder etwas komplizierter, die Fünfjährigen bewegen sich ja auch anders als Dreijährige.

Ein großer Unterschied zum Musikgarten ist altersbedingt. Die Kinder können sich längere Texte merken und fangen an, selbst mehr zu singen. Im Musikgarten sind es oft nur Textfragmente, die mitgesungen werden.

Was die "Klangstraße" von anderen Programmen unterscheidet ist die konsequente Integration der "Solmisation". Sie dient dazu das Singen von Tonsilben (Do, Re, Mi . . .) mit Handzeichen begreifbar zu machen und mit einem Notenbild zu verbildlichen. Die "absoluten" Tonnamen (c d e f g a h ) werden nicht verwendet und kommen erst im Instrumentalunterricht vor. Die Solmisation ist ein Bestandteil des Unterrichts neben anderen, nimmt nur einen Teil der Stunde ein. Es ist ein Werkzeug, daß beim Singen, Spiel auf Instrumenten und bei der Notation eingesetzt wird.

Stichwort Solmisation
Unsere abendländische Musikkultur ist "tonal", d.h. alles wird bezogen auf einen Grundton. Eine Melodie kehrt praktisch immer zum Grundton zurück. In der Solmisation ist der Grundton das "Do", als Handzeichen eine geschlossene Faust. Egal in welcher Tonart wir singen, Grundton ist immer "Do".
So lautet "Alle meine Entchen" in C-Dur: C D E F G G, in D-Dur hieße es aber D E Fis G A A, in E-Dur E Fis Gis A H H. Jedesmal anders, etwas höher, aber eigentlich ist es doch immer das Gleiche. Dies wird in der Solmisation deutlich, denn da heißt es jedesmal: Do Re Mi Fa So So. Die Silben sind auch zum Singen entwickelt worden und lassen sich besser singen als "F" oder "Cis".
Durch die Handzeichen werden die Beziehungen der Töne begreifbar, tiefe Töne werden nämlich auch tiefer angezeigt als hohe. Bei "Alle meine Entchen" steigt die Hand langsam nach oben. Dieses Lied zu "solmisieren" wäre aber erst Thema im zweiten Jahr. Das Zeigen mit der Hand hat einen wichtigen Nebeneffekt, der eigentlich das  Ziel des Weges darstellt. Irgendwann kann nämlich auf das Singen verzichtet werden, der Klang wird innerlich gehört, eine innere Klangvorstellung entwickelt sich. Diese ist wichtig um Klänge nach Gehör zu erkennen. Über die Solmisation wird auch das Hören, das Identifizieren von Melodiebausteinen, entwickelt bzw. ermöglicht.


Im ersten Jahr
dreht sich alles um den Kuckucksruf, solmisiert "so-mi", am Ende des Jahres sind dann noch zwei Töne ober- und unterhalb dazugekommen. das "re" und das "la". Damit ist alles möglich, was so an Leiermelodik von Kindern in diesem Alter auch selbständig erfunden wird.
Diese vier Töne werden im ersten Jahr auf einem Zwei-Linien-Notensystem dargestellt. Einen ersten Notenschlüssel gibt es auch, der Buchstabe "s" zeigt, wo die Tonsilbe "so" liegt.
So nebenbei lernen die Kinder, daß Noten von links nach rechts gelesen werden, hohe Töne oben, tiefe unten stehen, daß es im Notenbild die "Linie" und den "Zwischenraum" gibt.
(Die Solmisation ist übrigens ein sehr altes Werkzeug, geht zurück auf Guido von Arezzo in Italien, der sie entwickelte um Mönchen die gregorianischen Gesänge beizubringen. Später geriet sie etwas in Vergessenheit und wurde in diesem Jahrhundert von dem Ungarn Zoltan Kodaly "ausgegraben", weiterentwickelt (zur sog. relativen Solmisation), und im ungarischen Schulssytem integriert. In Ungarn wird schon im Kindergarten solmisiert. Durch die verblüffenden Erfolge dieser Methode angeregt, wurde die Solmisation in die Klangstraße integriert. So können zehnjährige Musikschulkinder (in Ungarn), die mit dieser Methode unterrichtet wurden, sehr gut Vom-Blatt-Singen und gehörte Melodien notieren. Das Lernen bei uns normalerweise erst die Musik-Studenten.)

Im zweiten Jahr
werden die fehlenden Töne zur (Dur-)Tonleiter ergänzt (Do Re Mi Fa So La Ti Do), wir singen aber auch schonmal in Moll, da gehts dann auf La los (La Ti Do Re Mi Fa So La). Für die vielen Töne reichen zwei Notenlinien nicht mehr, deshalb entspricht das Notensystem im zweiten Jahr dem bekannten Fünf-Linien-System.

Alle Lieder, die wir solmisieren (stehen im Heft), werden auch auf Klangbausteinen und Xylophon (seltener dem Klavier) gespielt und die Noten im Heft nachgezeichnet bzw. selbständig aufgeschrieben.

Von der Melodienotation getrennt gibt es auch die Rhythmusnotation. Wir lernen die Viertel, Achtel, Halbe und Ganze Note spielen, dazu ein paar Pausen. Die Symbole entsprechen der Standardnotation.

Um's auf den Punkt zu bringen: Da die Solmisation so viel Verbindendes hat (siehe Bild), ist sie DAS Werkzeug für den Musiker.

 

Das hört sich jetzt alles etwas akademisch an, ist in der Praxis aber ziemlich spielerisch.

Den Nachteil mit der Solmisation will ich nicht verschweigen. Nach der Klangstraße wird diese Methode wahrscheinlich nicht fortgeführt, es sei denn, der Instrumentallehrer verwendet sie auch. Das ist sehr schade, aber wir sind noch nicht so weit wie in Ungarn, wo auch im Musikunterricht der Schule solmisiert wird. Diesbezügliche Bestrebungen bestehen aber, zumindest in der Ausbildung von Musiklehrern ist die Solmisation schon vielerorts dabei.
Dadurch ist die Verwendung der Solmisation in der MFE aber nicht nutzlos, da die Kinder von dem, was sie dadurch gelernt haben, stark profitieren und ohne Solmisation kann man den Zusammenhang von Hören, Singen und Notenbild gar nicht begreifbar machen, von dem eigentlichen Ziel, der inneren Klangvorstellung ganz zu schweigen.
In der Praxis ist es für die Kinder aber eine (kleine) Umstellung, nach zwei Jahren statt So-Mi nun die Tonnamen lernen zu müssen.

Ein weiterer Unterrichtsinhalt im zweiten Jahr ist die Instrumentenkunde. Die Kinder lernen Bau, Klang, Spielweise verschiedener Instrumente kennen, im Hinblick auf die Zeit nach der MFE und ich stelle viele während einer Stunde auch "live und in Farbe" vor (Klavier, Gitarre, Flöte, Akkordeon (und Mundharmonika), Schlagzeug, E-Gitarre, Geige). Schließlich besuchen wir, wenn möglich, auch einmal eine Unterrichtsstunde bei einem anderen Lehrer.

Nach den zwei Jahren MFE schließt sich entweder der Instrumentalunterricht an, für Kinder die schon ein bestimmtes Instrument lernen wollen, oder die "Multiinstrumentale Musikerfahrung": Ein einjähriger Kurs, in dem beginnend mit Schlaginstrumenten weitere Instrumenten hinzukommen (Flöte, Gitarre, Klavier), so daß am Ende ein richtiges Ensemble zur Verfügung steht. Solch ein Konzept gibt es meines Wissens übrigens nur an den Klangwiese-Musikschulen Gonsenheim und Budenheim. Bei der Wahl eines Instrumentes beraten wir Sie natürlich gerne.